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RBN Solingen
Der Bergische Naturschutzverein e.V. stellt sich vor
Der RBN mit Hauptsitz in Overath (Rheinisch-Bergischer-Kreis) entstand 1973 aus einer Bürgerinitiative, die sich gegen die zunehmende Ausräumung und Beanspruchung der bergischen Landschaft aufgelehnt hat. Seitdem beschäftigt sich der RBN mit politischem und praktischen Naturschutz im Bergischen Land. |
1978 wurde der Ortsverein Solingen von einigen an der Natur interessierten Mitmenschen ins Leben gerufen. Von Anfang an stand dabei der praktische Naturschutz im Vordergrund, und auch nach mittlerweile 30jährigem Bestehen lassen es sich jung und alt nicht nehmen, trotz ungünstiger Solinger Wetterverhältnisse tatkräftig für die Belange der Natur einzutreten.
Im folgenden erfahren Sie, was der RBN aktuell tut (Termine), welche Aktivitäten er
grundsätzlich unternimmt (Aktionen) und wer er ist (Vereinsprofil).
Nachruf zum Tod von Max Hölting
Max Hölting - Naturschützer mit langem Atem
In der vergangenen Woche ist Max Hölting in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Alter von 96 Jahren gestorben. Max Hölting
wurde am 11.03.1915 geboren und setzte sich seit vielen Jahrzehnten für den Natur- und Artenschutz in und um Solingen ein. In
den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts begann er mit Mitstreitern des RBN (Bergischer Naturschutzverein) und des BUND
(Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) den aktuellen Status des Naturschutzgebietes "Ohligser Heide" im Westen von
Solingen zu untersuchen. Persönlich untersuchte er die Flora und Vegetation des auf der Bergischen Heideterrasse gelegenen
Schutzgebietes und motivierte Kolleginnen und Kollegen zur Erfassung der Fauna. Der alarmierende Zustand des Gebietes, der u.a.
durch Entwässerungsmaßnahmen, Aufforstungen und ein zu dichtes Wegenetz verursacht wurde, bewegte Hölting zur Publikation des
Büchleins "Die Ohligser Heide - eine schutzwürdige Landschaft in Solingen" im Jahre 1982. Die Schrift stellt den Wert und die
noch relikthaft vorkommende, schützenswerte Flora und Fauna der Ohligser Heide dar und kann als eindringlicher Appell zur
Renaturierung der Ohligser Heide gelten. Höltings Engagement war ein wesentlicher Grundstein für die Erstellung eines
Biotopmanagementplanes zur Ohligser Heide im Jahre 1986 im Auftrag der Stadt Solingen auf dem die Maßnahmen zur Renaturierung
der Ohligser Heide aufbauen.
Hölting hat über all die Jahre hinweg im engen Austausch mit der Unteren Landschaftsbehörde und
Solinger Naturschützern den Prozess der Weiterentwicklung des Gebietes verfolgt, anhand floristischer Artenlisten dokumentiert
und mit gelenkt. Heute belegt die Ausbreitung und Wiederansiedlung vieler seltener, heidetypischer Arten in der Ohligser Heide
den Erfolg der durchgeführten Maßnahmen - Max Höltings Name wird hiermit immer verbunden bleiben.
Doch Höltings Wirken beschränkte sich beileibe nicht nur auf dieses Gebiet von überregionaler Bedeutung. Zahlreiche weitere
Gebiete wurden von ihm jährlich bis ins hohe Alter hinein begangen und floristisch untersucht: Die Feuchtwiesen im Viehbachtal,
die Orchideenbestände am Bielsteiner Kotten oder das Naturdenkmal Engelsberger Hof sind hierfür nur einige Beispiele. Hierbei
unterhielt er diverse Kontakte zu namhaften Naturschützern und Biologen in der gesamten bergischen Region.
Der intensive Austausch mit Freunden und Kennern der heimischen Flora sowie Höltings floristische Aufnahmen im gesamten Solinger
Raum führten zur Publikation des Buches "Farn- und Blütenpflanzen in Solingen" im Jahre 1990. Als Max Hölting gemeinsam mit
Christoph Martin 1990 den Pflanzenatlas im Rahmen der Reihe "Anker und Schwert" des Solinger Stadtarchives herausbrachte, schloss
er mit dieser floristischen Publikation eine große Lücke in der naturschutzfachlichen Bewertung des Solinger Raumes. Er gehörte
damit gemeinsam mit Wolfgang Stieglitz (Flora von Wuppertal 1987) zu den ersten, die die Neubewertung und Gesamterfassung der
Farn- und Blütenpflanzen von Teilregionen des Bergischen Landes abschlossen und publizierten.
Charakteristisch für solche Werke ist der stete Wandel der Gesamtartenliste - Natur ist dynamisch. Hölting hat in diesem Bewusstsein
die Arbeit der floristischen Datensammlung seit 1990 kontinuierlich fortgeführt, was zunächst zu einer im Selbstverlag erschienenen
zweiten und geänderten Auflage der Farn- und Blütenpflanzen in Solingen im Jahre 1994 und zu mehreren Nachträgen in den Folgejahren
führte. Im April 2000 legte er dann den Atlas der Farn- und Blütenpflanzen in Solingen in der dritten und vollständig neu überarbeiteten
Fassung vor. Auch in den Folgejahren schrieb er die Datensammlung fort und unterstützte die Arbeit der mittlerweile gegründeten
Biologischen Station Mittlere Wupper mit zahllosen fachlichen Hinweisen und im Rahmen vieler Ortstermine.
Gemeinsam mit anderen Naturschützern gehörte er, in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre, zu den Gründungsmitgliedern des
Trägervereins Biologische Station Mittlere Wupper e.V.. Er setzte sich dabei für die professionelle Betreuung von Naturschutzgebieten
und Naturdenkmälern ein, um ihren dauerhaften Erhalt und eine naturschutzfachlich qualifizierte Entwicklung zu sichern. Nicht
zuletzt war er es, der der Biologischen Station ihren heutigen Namen gab. Der mittlere Abschnitt der Wupper versinnbildlichte
für ihn das gemeinsame Bindeglied der Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal. Im Rahmen einer Schenkung stellte Hölting schließlich
der Biologischen Station vor wenigen Jahren das über 1300 Einzelexemplare umfassende Herbar, das die Pflanzenvielfalt Solingens
dokumentiert, zur wissenschaftlichen Arbeit zur Verfügung.
Max Hölting hat sich wie nur Wenige um den Natur- und Artenschutz in Solingen verdient gemacht und wurde nicht zuletzt deshalb
mit dem Rheinlandtaler und dem Solinger Umweltpreis ausgezeichnet. Wir werden Max Hölting und seine stets durchdachten fachlichen
Hinweise bei unserer täglichen Arbeit in den Solinger Naturschutzgebieten vermissen. Sein Geist lebt in der Arbeit des Solinger
Naturschutzes weiter.