Jubiläumseinsatz RBN Bergischer Naturschutzverein April 2009 im NSG Ohligser Heide
1975
Gründung des Rheinisch-Bergischen Naturschutzverein in Overath, u.a. als Bürgerinitiative gegen die damals geplante A 31 (die auch Solingen-Gräfrath zerschnitten hätte). Der Verein bezweckt den umfassenden Schutz von Natur und Umwelt, insbesondere den Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt sowie der Landschaft.
1978
Gründung eines Ortsvereines des RBN in Solingen.
Im Vordergrund des Ortsvereins stand von Beginn an der praktische Geländeeinsatz zum Schutz der heimischen Natur. Hierzu
zählen u.a. die Neupflanzung und Pflege von hochstämmigen Apfelbäumen, Wiesenpflege, Tümpelbau und der Kopfweidenschnitt.
Weitere Aktivitäten bestehen in der Zusammenarbeit mit anderen Naturschutzverbänden, Vorträgen, Exkursionen und politischer
Arbeit. Der RBN ist Gründungsmitglied im Trägerverein Biologische Station Mittlere Wupper (BSMW) und des Arbeitskreises Obstwiesen Bergisches
April 1979
Erster Geländeeinsatz des RBN in der Ohligser Heide: Entkusseln, Abplaggung, Einbau von Stauschwellen.
Die Ohligser Heide ist Teil der rechtsrheinischen Bergischen Heideterrasse (zwischen Sieg und Ruhr), von der nur noch Reste (u.a. Wahner Heide, Hildener Heide, Further Moor) vorhanden sind. Seit 1900 wurde große Teile durch ca. 13,4 km lange Entwässerungsgräber trockengelegt und fanden Aufforstungen durch Fichten und Pappeln statt. Bereits 1936 wurden Teile der Ohligser Heide unter Naturschutz gestellt. Von den ursprünglichen Pflanzen (z.B. Königsfarn, Eichen-Birkenwald, Moor-Birkenbruchwald, Gagelbüsche, Heideflächen) waren in den 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts nur noch Reste vorhanden.
1979 beantragte der RBN das Quellgebiet des Heidebaches in das NSG einzubeziehen. Auf Initiative von Naturschützern, wie Max Hölting und Fernand Willig (beide RBN) beauftragt die Stadt Solingen Gutachten (Mieland, Schall), die u.a. folgende Renaturierungsmaßnahmen für die Ohligser Heide vorschlugen:
Abschluss aller Renaturierungsmaßnahmen sollte das Jahr 2010 sein.
1980 bis Heute
Zahlreiche Geländeeinsätze durch ehrenamtliche Naturschützer (NABU, BUND, AKFSG und RBN) und der Zivildienstgruppe Umweltschutz. Ab 1983 führen Fachbetriebe Pflegemaßnahmen durch. Seit 1997 führt die Biologische Station Mittlere Wupper floristische und faunistische Bestands- und Kontrollerhebungen durch und erarbeitet Pflegekonzepte für das Naturschutzgebiet (NSG) Ohligser Heide. Hieraus resultiert u.a. die Pflege der offenen Heideflächen durch eine Wanderschafherde.
Seit 2001 ist das NSG Ohligser Heide als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) europaweit anerkannt.
Bis heute wurde ein Großteil der Maßnahmen umgesetzt, so dass es wieder große offene Heideflächen gibt, Bruchwälder und Heidemoore wurden gefördert, das ehemals wegen der Entwässerungsgräben rechtwinkelige Wegenetz ist einer abwechslungs- und erlebnisreichen Wegeführung gewichen. Der ursprünglich parkähnlich künstlich angelegte Dreiinselteich ist heute ein naturnahes Gewässer, die Anlage weiterer Tümpel dient dem Amphibienschutz. Ein großer Teil der standortfremden Gehölze wurde entfernt.
Die Schließung des Heidebades ist die Maßnahme, die bisher nicht umgesetzt ist und bei der noch nicht abzusehen ist, zu welchem Zeitpunkt diese Forderung realisiert wird. Es ist nach Schließung aller anderen vier Solinger Freibäder das einzige, welches noch geöffnet ist. Womöglich wird erst die finanzielle Misere der Stadt zur Schließung dieses Bades führen.
Zur Zeit entwickelt die Biologische Station ein Konzept, um die noch vorhandenen Reste der Bergische Heideterrasse zu vernetzen und für die Bevölkerung erlebbar zu machen.
Mit regelmäßigen Geländeeinsätzen im NSG Ohligser Heide und dem angrenzenden neuen Naturschutzgebiet Krüdersheide (Stauschwellenbau) setzt der RBN sein Bemühen um die ökologische Entwicklung der Bergischen Heideterrasse auf Solinger Stadtgebiet fort.